Erste Hilfe

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Wüssten Sie, was bei einem Herzstillstand zu tun wäre?
Wären Sie in der Lage, einfache Wiederbelebungsmaßnahmen durchzuführen? Wenn Sie diese Fragen mit einem "Nein" beantworten, sind Sie nicht allein. Rund 80% der Deutschen würden es sich nicht zutrauen, Wiederbelebungsmaßnahmen zu leisten. 

CPR ist die Abkürzung für "CardioPulmonary Resuscitation", also Herz-Lungen-Wiederbelebung, und bezeichnet eine lebensrettende Maßnahme, die bei Herz- oder Atemstillstand angewendet wird, häufig nach Herzinfarkt, elektrischem Schlag oder Ertrinken

 

Leben retten: Erste Hilfe leisten 

Reanimation_01Der plötzliche Herzstillstand ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland, schätzungsweise 80.000-100.000 Menschen sind jährlich betroffen. Nach nur 3 Minuten Unterversorgung mit Sauerstoff treten bereits erste Hirnschäden ein. In aller Regel kann der Rettungsdienst nicht so schnell vor Ort sein, daher sollte jeder in der Lage sein, eine Herzdruckmassage durchzuführen. Ohne sofortige Reanimationsmaßnahmen sinkt die Überlebenschance minütlich um etwa 10 Prozent. Leider trauen sich viele Menschen aus Unsicherheit keine Hilfeleistung zu.    

Doch gerade die ersten Minuten sind entscheidend und eine eventuell gebrochene Rippe ist in jedem Fall besser als tatenlos daneben zu stehen. Plötzlicher Herztod kann jeden treffen - und jeder kann helfen! 

 

Erste-Hilfe-Unterricht an Schulen

2014 hat das deutsche Kultusministerium Schulen empfohlen, ab der siebten Klasse zwei Schulstunden pro Jahr für Erste-Hilfe-Kurse einzuplanen. Die Empfehlung beruht auf einem Pilotprojekt in Mecklenburg-Vorpommern, bei dem über fünf Jahre 43.000 Schüler mit der Ersten Hilfe vertraut gemacht wurden. "Um lebensrettende Maßnahmen angstfrei zu ergreifen, ist es wichtig, insbesondere Kinder so früh wie möglich an das Thema heranzuführen", sagt Dr. Gernot Rücker, Initiator und Leiter des Notfallausbildungszentrums der Universität Rostock. Die flächendeckende Einführung von Wiederbelebungskursen an allen Schulen als Pflichtlernstoff könnte pro Jahr bis zu 5.000 Menschen  zusätzlich das Leben retten.

Derzeit haben Schüler und bereits Kindergartenkinder die Möglichkeit, Erste Hilfe in speziell für sie zugeschnittenen Lehrgängen zu erlernen. Kindgerecht werden sie an das Thema herangeführt und Berührungsängste abgebaut. 

Da diese Kurse freiwillig sind, findet die Absolvierung eines Erste Hilfe Kurses für gewöhnlich erst mit der Führerscheinprüfung statt. Umfragen des DRK und ADAC zeigen, dass das dort erlernte Wissen schnell in Vergessenheit gerät und nicht wieder aufgefrischt wird. 

In Deutschland liegt die Laienwiederbelebungsquote bei 15 Prozent. Das ist eine der niedrigsten in der westlichen Welt, im Gegensatz zu Finnland mit 70 Prozent. 

 

Prüfen - Rufen - Drücken

Sackt ein Mensch plötzlich bewusstlos zusammen, sind drei Dinge wichtig: 

  1. Zustand des Betroffenen überprüfen. Die Person laut ansprechen und an der Schulter berühren, leicht schütteln. Wenn keine Reaktion kommt, die Atmung überprüfen.
  2. 112 wählen, Notruf absetzen. Im Rahmen einer Schülerbefragung stellte sich heraus, dass etwa 20 Prozent nicht die richtige Nummer kannten. Dabei ist es enorm wichtig, dass schnellstmöglich professionelle Hilfe vor Ort ist.
  3. Anschließend muss bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Herzdruckmassage ausgeführt und der Brustkorb des Patienten 100-120 Mal pro Minute 4-6 cm nach unten gedrückt werden. Dadurch wird eine Kraft erzeugt, die Sauerstoff in das Gehirn transportiert. Denn bei einem Herzstillstand ist die Gefahr von Hirnschäden wegen Sauerstoffmangels wesentlich größer als die Schädigung des Herzens selbst.

 

 

 

Erste Hilfe am Simulator üben

Das Training an einem Simulator erlaubt das Anwenden theoretisch erlernter Kenntnisse und macht ein mögliches Notfallszenario "begreifbar". Wiederbelebungspuppen wie "Basic Billy" entsprechen der Anatomie eines Erwachsenen bzw. Kindes und finden sich darum in jedem Erste Hilfe Kurs. Die Erfahrung zeigt, dass aus Angst und Unwissenheit in der Regel zu flach gedrückt wird. Der flexible Brustkorb gibt akustisches Feedback, sobald die nötige Drucktiefe erreicht ist. 

CPRLillyPro™, ein von 3B Scientific Deutschland entwickelter und produzierter Reanimationssimulator, zeichnet zudem die Ergebnisse aller durchgeführten Maßnahmen auf und stellt diese anschließend zur Analyse bereit. 

Zur Unterstützung der Herzdruckmassage kann zwischen einer akustischen Taktausgabe und einem Lied gewählt werden. Um die erforderlichen 100-120 Mal pro Minute zu erreichen, haben sich einige Hits besonders bewährt:

  • "Stayin' Alive" - Bee Gees (der Klassiker, leicht zu merken)
  • "Like A Prayer" - Madonna (bitte nicht an die langsamen Passagen denken)
  • "Highway to Hell" - AC/DC (etwas pietätlos aber mit 116 Beats/Minute perfekt geeignet)

Untersuchungen belegen, dass Reanimationstechniken - genau wie Radfahren oder Tanzen - in den psychomotorischen Lernbereich fallen und somit einer praktischen Festigung des Erlernten bedürfen.  

Das Üben am Simulator nimmt den Schülern die Scheu, bspw. vor dem Entkleiden des "Patienten", und nimmt die Angst vor falschen Entscheidungen. 

Wann haben Sie zuletzt an einem Erste Hilfe Kurs teilgenommen? Vermitteln Sie Kindern und Jugendlichen Wissen und Übung zur Herz-Lungen.Wiederbelebung? Teilen Sie uns im Kommentarbereich Ihre Erfahrungen mit oder schreiben Sie uns bei Facebook, Google+ und Co. 

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